Fairmount Alpine (Billing Boats) - Baubericht Teil 11

Wenn seit Monaten kein Beitrag mehr zur Fairmount Alpine erfolgte, dann lag dies zum einen an den zögerlichen Tätigkeiten, zum anderen aber auch an den frustrierenden Erlebnissen, die mir dieser Bausatz mal wieder bereitete.

Wieder einmal zeigte sich das Sperrholz von seiner schlechten Seite und zerbrach aufgrund unzureichender Verklebung der einzelnen Holzschichten, das Biegen der Rundholzleiste mittels Schablone verlief auch nur mit Hindernissen... die Leiste brach und musste angeflickt werden, was bei einer dreidimensionalen Ausrichtung nicht ganz einfach war und zudem habe ich Zweifel an dem Verlauf der letzten Meter des Rundrohres.... strakend... eckig...



Fasteleer 2018 - Eine Bilanz aus der "Provinz"... Köln lässt grüßen

Also, der Spaß ist vorbei... jetzt ist die ernste Zeit angebrochen, aber wie sieht das Fazit des diesjährigen Karnevals denn aus?

Das Thema meines Kostüms war bewusst gewählt geworden... denn, wie im letzten Bericht erwähnt, streiten such die Geister - namentlich die Stadt Köln vertreten durch Frau Reker und der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval Herr Kuckelkorn - ob Karneval noch Karneval ist.
So wie ich das historisch traditionelle Karnevalsgeschehen in Form eines Funkemariechenkostüms darstellen wollte, floß auch der traurige Teil des Karnevals mit ein... das gezeichnete Gesicht des Karnevalisten, und ich muss sagen:

Noch nie gab es soviel Resonanz auf ein Kostüm wie dieses Jahr, genauer gesagt noch soviel polarisierende Resonanz. Die Reaktionen reichten von völliger Begeisterung:
"Auf die Bühne mit Dir, dafür gibt's nen Preis" bis hin zu "Das geht gar nicht, das ist schockierend", ja selbst von "abstoßend" war die Rede... 70% positiv...20% irritiert... 10% entsetzt.... also?

Tja, was soll ich dazu sagen? Wieder einmal zeigte sich, dass anscheinend der Nerv getroffen wurde... Mission accomplished... und es zeigte sich auch, dass es klare Vorstellungen gibt, was geht und was nicht. 

Sehr oft waren die Leute überrascht, dass sich ein "ehrenwerter Beamter" unter dem Kostüm befand... WARUM NICHT?
Viele wollten die Schminke testen... Eeeeyyyy... eine Armlänge Abstand bitte... gilt auch für den Blick unter den Rock.... Hehehe...
Manche Reaktionen lassen sich nur dadurch erklären, dass man an Karneval nicht kritisch sein darf... war das nicht der Sinn des ganzen Unterfangens... stammen daher nicht die Kostüme der historischen Vereine?

Aber wer hat denn nun gewonnen... Reker oder Kuckelkorn?

Tja... Eine Bilanz







  • Leute treffen, tolle Leute kennenlernen, ganz tolle sogar ;-),  Spaß haben...
  • Tanzen und Schunkeln
  • Lachen und Schmunzeln
  • Kostüme bewundern
  • Kreativität erleben
  • Traditionen leben
Alle Punkte voll erfüllt, gelebte Freude und Spaß... keine Probleme gehabt, bis auf...







  • Bei einer Veranstaltung Minderjährige erlebt, die Zweifel an der angeblichen Überlegenheit des menschlichen Wesens gegenüber den Tieren haben aufkommen lassen, durch:
  • Das sinnlose Werfen von Flaschen in die Menge wartender Besucher
  • Das sinnlose Betrinken mit all seinen Begleiterscheinungen... vermehrt bei den Minderjährigen
  • Die sinnlosen Mengen Müll... auch bei Veranstaltungen in Hallen, bei denen dies hätte vermieden werden können
  • das teilweise aggressive, streitsuchende Gockelgehabe betrunkener Pantoffelhelden... Ohne Worte
Fazit:
Tage mit bis zu 15 Stunden Dauerkarneval ohne Probleme genossen und doch manchmal inne gehalten.

Es sind wenige, die Probleme bereiten. Es sind die wenigen, die auch im normalen Alltag die Probleme bereiten, es sind gesellschaftliche Auswüchse, die sich durch unreflektierten Konsum und rücksichtslose Selbstzentriertheit ergeben... nicht nur an Karneval... im Alltag...

Daher... Frau Reker hat recht, Herr Kuckelkorn hat recht... und beide müssen im Rahmen ihres Amtes handeln und die Gesellschaft muss sich überlegen, wohin die Reise... der nächste Zoch geht...
Alaaf... und bis 2019...

ICH FREUE MICH!

Nachtrag:
...Wissenschaft an Karneval:
Manchmal sind es die Schrägheiten, die einem im Gedächtnis bleiben. So zum Beispiel eine fast schon wissenschaftliche Definition des Problems der "rückläufigen Peristaltik" oder wie die betreffende Person es bezeichnete: "Die Kunst des Zurückspuckens".
Ich werde nicht in die Details gehen, aber ein junger Herr schaffte es von außen zweimal hintereinander die erheblichen Mengen an konsumiertem Bier in einwandfreiem Strahl an die Glasscheibe eines stadtbekannten Lokals zu setzen, dies ohne sich selbst zu beschmutzen und vor den staunenden Augen der im Lokal befindlichen Gäste, wobei er nicht versäumte, zwischen dem ersten und zweiten Male, das Lokal zu betreten und zu verkünden, dass es sich nur um gezieltes Spucken handeln würde und nicht um das landläufig als primitiv zu bezeichnende "Kotzen".... Großartig... Nicht wahr, Herr.... jetzt hätte ich es fast verraten.

...Schenk mir ein Foto...:
Ein Jugendlicher tritt an mich heran: "Können wir ein Foto machen?"... "Na klar..., wofür brauchst du denn ein Bild?" ... "Für meine Tante.... die hört immer soviel über Sie, die wollt mal wissen, wie Sie aussehen!" (Anmerkung: Genau das richtige Outfit um mein ganzjähriges Erscheinungsbild zu repräsentieren)

...So wird das nie etwas!
Eine ehemalige Schülerin sieht mich im Funkemariechenkostüm.... ein entsetzter Schrei (das Entsetzen ist real): "Mein Gott, wie siehst Du denn aus.... geh nach Hause... (ringt nach Luft)... komm als Matrose wieder.... so geht das nicht.... (das Entsetzen ist nicht mehr zu verbergen).... so findest Du nie eine Frau... wie soll das so jemals was werden.... das ist ja entsetzlich".

(Anmerkung: Erst nach mehreren Minuten der Fassungslosigkeit und einem gemeinsamen Foto konnte sich die besorgte junge Dame beruhigen.)

Karneval 2018 - Es ist wieder soweit

6:15 Uhr. Der Wecker klingelt... meist ein Kampf mit der Schlummertaste, aber heute... schneller geht's kaum, denn die Zeit drängt. Weiberfastnacht. Das Radio zuerst... Stadt mit K... Volltreffer, schon mal ein guter Einstieg. Alles ist bereits am Abend zuvor vorbereitet worden, alles liegt an seinem Platz, denn sonst wird es zeitlich eng.

Die ersten Schritte sind wie immer: Duschen, Kaffee, Frühstück und dann. Genau: Jetzt das Kostüm!
Ahhhh! Eine Damenstrumpfhose... boahhh, wat'ne Scheiße! Jetzt das Kostüm... Rock... dann schminken.. 6:45 Uhr. Den Rest des Kostüms anlegen! Alles muss mitgenommen werden, Portemonnaie, Schlüssel, dies und das, aber es darf das Kostüm nicht ruinieren. Die Zeit drängt. Geschafft!



Joooo: Das Thema, passend zu den aktuellen Ereignissen in Köln vom 11.11.2017, die die Oberbürgermeisterin Reker laut WDR mit den Worten beschrieb: 
"Der Karneval ist in den letzten Jahren - oder eher Jahrzehnten - zu etwas geworden, das eher einem allgemeinen Besäufnis entspricht, als dem, was unsere Karnevalskultur ausmacht."
Also: "Suffe, Kotze, Danze - Kölner Leitkultur?!
Das Kostüm eine Mischung zwischen dem traditionellem Funkemariechen-Outfit und dem mitgenommenem Karnevalisten... 

Mitgenommen, das ist das richtige Wort für die ersten Meter mit dem "luftigen Kostüm", denn die Eifel zeigt sich von ihrer kernigen Seite. -5° C zeigt das Thermometer. Das Kostüm zeigt seine Schwächen, aber da muss ich durch. 

Ab ins Auto und ein 15 Stunden Tag beginnt. Am Arbeitsplatz Stimmung gut, alles läuft einwandfrei. Um 11 Uhr wird die Arbeit eingestellt und es geht traditionell zu einer Kollegin, die ihre Wohnung für die Feierlichkeiten zur Verfügung stellt, damit dort rund 15 Kollegen ihr Unwesen treiben können. Ein Hoch auf die Kollegin!

Dann ab auf den Marktplatz, buntes Treiben und jede Menge Stimmung. Danach in die Kneipen und dort jedanzt, jeschwaad und ja, das gab es auch: jesuffe, jekotz und wieder jedanz... War immer so, bleibt so, gehört dazu, denn die Mehrzahl der Jecken war jeck, die Exzesse stammen von wenigen... nicht der Karneval ist schlecht, sondern die, die auch im Alltag über die Stränge schlagen. 

Alaaf, Mayoh, Helau, Ahoi...... egal, geht feiern!

HMV - Børøysund - 1:250 Teil IV

Nun betrachte ich die Kartonarbeiten am Modell als abgeschlossen. Nun kommt noch die Takelage, die aus Drähten aus Elektrolitzen gefertigt wird. Eine Arbeit, die ich gerne verschiebe, denn das ist Nervensache und da ist Ruhe für nötig... also heute eher nicht... vielleicht morgen... oder dann, wenn ich Lust habe, damit der Bau auch weiterhin Spaß macht. Denn eines macht die Børøysund auf jeden Fall: SPASS!